BUND besuchte den Kräuterhof Müller in Staufenberg

14. August 2025

Der BUND Kreisverband Gießen besuchte am Samstag den 12.7.2025 den Kräuterhof der Familie Müller in Staufenberg. Sechzehn Teilnehmer folgten der Einladung im Rahmen des Veranstaltungsprogramms des BUND.

Der Betriebsleiter Dieter Müller stellte den landwirtschaftlichen Betrieb, der auf Kräuter- und Gewürzpflanzenanbau spezialisiert ist, vor und führte über verschiedene Anbauflächen in der Gemarkung von Staufenberg-Mainzlar.

Zu Beginn konnte die Gruppe ein Bodenprofil, das in einer Ackerfläche des Betriebs aufgegraben war, in Augenschein nehmen. Es zeigte die besonderen Bodengegebenheiten, von denen der Spezialbetrieb profitiert. Bis zu 5 m tief ist der Boden aus Löss aufgebaut, einem Lockersediment, das besonders gute Wasserspeichereigenschaften hat und bis in große Tiefen durchwurzelbar ist. Nachdem wir diese wichtige Grundlage für den Anbau der Kräuter in Augenschein genommen hatten, besuchten wir einige Anbauflächen. Zum einen werden vom Naturlandbetrieb Müller Heil- und Duftpflanzen für die biologische Kosmetik- und Arzneimittelbranche angebaut. Dazu zählen etwa Hornveilchen, Ringelblume oder Arnika. Zum anderen werden Gewürzpflanzen wie Oregano, Thymian, Petersilie und Schnittlauch produziert, die in Abnehmerbetrieben in großen Mengen zu Gewürzen und Kräutersalzen weiterverarbeitet werden.

Besondere Begeisterung löste das große Feld mit blühendem Sonnenhut (Echinacea) aus, das von zahlreichen Schmetterlingen und unzähligen Bienen, Hummeln und weiteren Insekten aufgesucht wurde. Hier zeigte sich besonders gut, welche Rolle die abwechslungsreiche Fruchtfolge mit einem großen Blütenpflanzenspektrum für die Bereicherung der Landschaft und das Blütenangebot hat.

Die erfreulichen Aspekte des Feldrundgangs wurden allerdings von der Aussicht getrübt, dass ein Teil der Feldflächen des Betriebs voraussichtlich durch die hier geplante Trasse der Fernstromleitung „Rhein-Main-Link“ in Anspruch genommen wird, die erneuerbaren Strom aus dem Norden der Republik zu Abnehmern im Süden Deutschlands transportieren soll. Die bis zu 70 Meter breite Trassenbaustelle zerschneidet wichtige Anbauflächen des Betriebs. Aufgrund der besonderen Anbauansprüche der Kräuter- und Gewürzpflanzenkulturen kann eine solche Bodenstörung auch nach Rekultivierung einschneidende Folgen für diese Art der Landwirtschaft haben. Der Betriebsinhaber hofft daher, die Flächeninanspruchnahme von seinen Flächen für dieses Großprojekt noch verringern zu können.

Im Anschluss an die Flächenbesichtigung gewährte uns Herr Müller noch einen Blick in das Anzuchtgewächshaus, das nur mit Regenwasser bewässert wird und die Pflanzentrocknungsanlage. Hier werden große Mengen der empfindlichen Kräuterernte geschnitten und vorgetrocknet, so dass sie zur Weiterverarbeitung an Endabnehmer ohne Qualitätseinbußen transportiert werden können. Nach dem informativen und spannenden Rundgang endete die Veranstaltung im naturnah angelegten Garten der Familie Müller.

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