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Kreisverband Gießen

Exkursion durch den Krofdorfer Forst stellte Feuersalamander vor

25. Mai 2020 | Amphibienschutz

Exkursion von BUND und Forstamt Wettenberg führte wieder zum Lebensraum des scheuen Waldbewohners Weiterlesen...

Andrea Malkmus vom Bund für Umwelt und Naturschutz Gießen und Holger Brusius vom Forstamt Wettenberg boten trotz Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie erneut die beliebte Rundtour durch den Lebensraum des Feuersalamanders an. Eine Teilnahmebeschränkung erlaubte diesmal nur maximal 13 Teilnehmer*innen. Trotz des wechselhaften Wetters und der bis kurz zuvor unsicheren Durchführung starteten wir dann zu siebt zum informativen Rundgang.

Der erste Halt am Oberlauf des Fohnbachs begann nach einer Einführung in die Biologie und Lebensweise mit einer Suche nach den Larven des Tieres. Saubere; fischfreie Fließgewässer, wie sie hier noch vorhanden sind, sind die Kinderstube des Schwanzlurches und nach kurzer Zeit der Suche konnten auch einige Salamander – Larven den begeisterten Teilnehmer*innen gezeigt werden. Anhand der typischen Merkmale, den hellen Flecken an den Beinansätzen und der Ausbildung von Gliedmaßen und Schwanz, können sie leicht von anderen Kaulquappen unterschieden werden.

Der weitere Rundgang führte zum Lebensraum des erwachsenen Lurches. Vorsichtig wurden mögliche Verstecke wie Baumstämme und Steine angehoben, bis endlich ein ausgewachsenes Tier in seinem Tagesversteck gesichtet wurde. Ihre individuelle Zeichnung macht jedes Exemplar dieser Art dabei unverwechselbar.

Der Feuersalamander stellt an seinen Landlebensraum Wald besondere Anforderungen. Nadelwald mag er weniger gern, Laubwald mit feuchten Bereichen und Versteckmöglichkeiten unter Steinen oder Totholz sind hingegen gut geeignete Orte für den farbenprächtigen Lurch. All dies findet er im Krofdorfer Forst, weshalb er hier noch recht häufig anzutreffen ist. Erwachsene Feuersalamander ernähren sich von Insekten, Schnecken, Regenwürmern, kurz: Allem, was sie fangen und verschlucken können. Sie selbst hingegen sind auf der Speisekarte fleischfressender Tiere kaum zu finden. Ein von ihnen gebildetes leicht giftiges Sekret schmeckt Fressfeinden unangenehm, nach einmaliger Erfahrung meiden sie deshalb zukünftig den schwarz-gelben Happen.

 

Die Situation des Salamanders ist neben Lebensraumverlust aktuell durch die Ausbreitung einer für ihn tödlichen Erkrankung besonders kritisch. Der vermutlich mit Terrarientieren nach Europa eingeschleppten Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, auch Salamanderfresser genannt, wandert derzeit von Belgien herkommend, wo er 2013 erstmals festgestellt wurde, nach Westen und hat inzwischen Nordrhein-Westfalen erreicht.

Die Feuersalamander – Bestände sind daher aufgrund dieser „Salamander-Pandemie“ in unseren westlichen Nachbarländen Belgien und Holland gänzlich zusammengebrochen. Diese Entwicklung macht deutlich, welche Gefahren von aus Aquarienhaltung in die Umwelt ausgebrachten Tieren ausgehen können und dass für viele Lebewesen eine weltweite Vernetzung der Lebensräume auch gefährliche Folgen haben kann.

In Hessen sammelt das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie Informationen über Sichtbeobachtungen, um einen Überblick über die derzeitige Verbreitung des Feuersalamanders zu erhalten. Diese Beobachtungen sollen helfen, neben der Verbreitung Rückgänge und Bestandseinbrüche zu dokumentieren. Auch Beobachtungen von mutmaßlich kranken Tieren und Totfunde sollten daher hier gemeldet werden (https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/feuersalamander.html)

Nach drei Stunden Wanderung in kühler Waldluft erreichten die Exkursionsteilnehmer den Ausgangspunkt der Wanderung und nahmen vielfältige Natureindrücke und einiges an Wissen mit nach Hause.

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