Kreisverband Gießen

BUND-Tipp: Mode mit gutem Gewissen – Wie das, was wir anziehen, Umwelt und Menschenrechte beeinflusst

17. November 2020

Ist Kleidung nur etwas zum Anziehen oder nicht vielmehr Ausdruck der Persönlichkeit? Ja, Kleider machen Leute, aber die Produktion von Textilien hat global zudem erhebliche Auswirkungen auf Umwelt und die Einhaltung der Menschenrechte.

Bild: Peter Freitag/Pixelio

Der Trend zur Fast Fashion – das sind häufig wechselnde Kollektionen von billiger Massenware – verbraucht wertvolle Ressourcen. Zwischen 2000 und 2014 hat sich die weltweite Kleidungsproduktion mehr als verdoppelt. Die Tragezeit hat sich jedoch halbiert: Vor 20 Jahren trugen die Deutschen ihre Kleidung noch doppelt solange wie heute. Mode ist zu einem Wegwerfprodukt geworden. Die Mode von heute ist  der Abfall von Morgen. Das Umweltbundesamt (UBA) hat errechnet, dass die Deutschen im Jahr pro Kopf rund 12 Kilogramm Kleidung kaufen. Das sind rund 60 Kleidungsstücke jährlich. In den USA liegt der Jahresschnitt sogar bei 16 Kilogramm. Oft wird Bekleidungunter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei Bezahlung, Arbeitszeiten und Arbeitsschutz hergestellt.

Mit der Wahl unserer Bekleidung können wir dazu beitragen,  dass Umweltzerstörungen vermieden und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in den Produktionsländern und in den Lieferketten eingehalten werden.

Textilien aus kontrolliert biologischem Anbau und fairer Produktion kaufen

Bio und fair sind voll im Trend. Inzwischen gibt es einige Labels, die umweltfreundlich und fair produzierte Kleidung zertifizieren wie das GOTS-Label oder das Zeichen „IVN Best Naturtextil“, das bislang die strengsten ökologischen und sozialen Standards bei Textilien setzt. Eine kritische Übersicht verschiedener Labels für Textilen findet sich im Internet bei „Label online“.

Second Hand-Ware kaufen

Die umweltfreundlichste Kleidung ist die, die gar nicht erst hergestellt werden muss und somit keine Ressourcen verbraucht. Kleidung aus zweiter Hand gibt es in Second Hand Geschäften, auf Flohmärkten oder über Second Hand-Apps zu erwerben.

Kleidertausch-Parties

Jeder „Gast“ bringt Kleidungsstücke mit und darf stattdessen etwas anderes Gebrauchtes mitnehmen.

Kleidung leihen

Kleidung kann auch geliehen werden, für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder auch Alltagsbekleidung.

Reparieren statt entsorgen

Loch, Riss oder defekter Reißverschluss? Kein Grund, Kleidung, die sonst noch gut tragbar ist, zu entsorgen. „Repairing is caring“. Warum nicht im Repair Café unter fachkundiger Anleitung selbst reparieren oder die Reparatur von Änderungsschneidereien vornehmen lassen? Das kann gegenüber einem Neukauf sogar preiswerter sein.

 

 

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