Kreisverband Gießen

Radtour „Bauernland und Bodenerosion“ mit BUND und ADFC fand viel Anklang!

25. August 2020 | Landwirtschaft, Bodenerosion, Flächenverbrauch, Klimawandel, Naturschutz

Radtour durch die Kulturlandschaft im Südwesten von Gießen war erfolgreich. Weiterlesen...

Bild: Siegfried Fritz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisverband Gießen hat in Kooperation mit dem ADFC Gießen am Samstag, dem 22.8.2020 eine Radtour durch die Kulturlandschaft im Naturraum "Großen Lindener Hügelland" durchgeführt. Mit fünfzehn Teilnehmer*innen war die maximale Teilnehmerzahl, die aufgrund von Pandemieschutz vorgegeben war, erreicht. Vom Startpunkt Oswaldsgarten in Gießen radelte die Gruppe unter Führung von Bettina Speiser (ADFC Gießen) über Kleinlinden und Lützellinden zum ersten thematischen Stopp im Zechbachtal. Dort wies Andrea Malkmus (BUND Gießen) auf den auffällig tiefen Taleinschnitt des Zechbachs hin und erläuterte, dass diese heute noch sichtbare Erosionsrinne vermutlich das Resultat des 1342 erfolgten sogenannten „Magdalenenhochwassers“ ist. Bodenkundliche Forschungen belegen für extrem tiefe Erosionsrinnen dieser Art deutschlandweit das Endstehen durch ein katastrophales Einmalereignis. Der zweite Themenschwerpunkt „Bauernland“ wurde durch einen Überblick über den Beginn der landwirtschaftlichen Landnutzung in unserer Region vor ca. 7500 Jahren eingeführt. Etwa zu dieser Zeit erreichten Einwanderergruppen aus dem Nahen Osten das mitteleuropäische Waldgebiet und begannen für ihre bäuerliche Lebensweise mit der Waldrodung.

Ein weiterer Stopp am Lützellindener Flugplatz bot die Möglichkeit, aktuelle Landnutzungsprobleme wie Flächenverbrauch durch Siedlungen und Gewerbegebiete anzusprechen. Ein Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative umriss die mögliche Landschaftsentwicklung in der Lützellindener Feldflur für den Fall, dass zukünftig weiter Ackerboden für gewerbliche Nutzung herangezogen wird. Die Tour wurde fortgesetzt durch einen Wald, in dem ein Hügelgräberfeld vorhanden ist, womit ein weiterer Hinweis auf die kontinuierliche bäuerliche Nutzung der Landschaft in der Vergangenheit vorliegt. Eine Pause am Ortsrand von Rechtenbach wurde verbunden mit der Erläuterung zu den im Zusammenhang mit der Ferngasleitungsverlegung erfolgten archäologischen Ausgrabungen. Am Hang nördlich von Rechtenbach wurde ein jungsteinzeitlicher Siedlungsplatz aus der Zeit der Bandkeramik gefunden, der über Jahrhunderte Bestand hatte und zeitweilig mit einer Verteidigungsanlage, einem sogenannten „ Erdwerk“ umgeben war. Die weitere Strecke der Rundtour führte am Surbach entlang, der ebenfalls eine sehr starke Eintiefung in Folge eines Hochwasserereignisses in der Vergangenheit aufweist. Ein Blick auf den Hang des Surbachtales erfolgte mit dem Hinweis auf ein im Zuge der Erdgasverlegung gefundenes bronzezeitliches Urnengräberfeld. Nach dieser Reise durch die Jahrtausende führte der Weg über Lützellinden und Allendorf zurück nach Gießen.

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