2. Juni 2015

Fahrrad-Exkursion in die Lahnaue am 02. Juni 2015

Florian Iser bei der Einführung zur Exkursion

Umsiedlung der Kreuzkröten-Larven

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisverband Gießen, veranstaltete am Dienstag, dem 2.6.2015 eine Fahrrad-Exkursion in die Gießener Lahnaue zum Thema „Biodiversität bei Nacht“. Die Exkursion startete um 21:30 unter Führung der Ökologen Sebastian Berg und Florian Iser. Die beiden Experten stellten die Welt der dämmerungs- und nachtaktiven Tiere vor und erläuterten zunächst Rufe und Aussehen von in der Lahnaue beheimateten Vögeln. Unser erstes Ziel war dann der bereits letztes Jahr beobachtete Brutplatz einer Waldohreule in den Kleingärten an der Lahn. Auch dieses Jahr hatte der reviertreue Vogel wieder einen Brutversuch gestartet, wie Florian Iser zuvor feststellen konnte, aber leider aus unbekannten Gründen inzwischen sein Vorhaben wegen einer Störung abgebrochen. Möglicherweise ist ein neuer Brutversuch in Zukunft zu beobachten. Die Fütterung der Jungtiere ist dann in der Dämmerung unüberhörbar.

Ein anderer Mitbewohner in den Gärten an der Lahn war dagegen in der Dämmerung noch gut zu beobachten, der seltene und schön gefärbte Gartenrotschwanz. Dieser Vogel besiedelt strukturreiche Gärten und konnte bei der Fütterung seiner Jungen in einem Nistkasten, stilecht an einer Gartenhütte angebracht, beobachtet werden.

Die letzten Lichtstrahlen dienten dazu, die Ansitzwarte des Eisvogels an einem neu angelegten Steilufer an der Lahn kennen zu lernen. Die häufige Anwesenheit des Vogels war durch Kotspuren deutlich belegt, er ist am Tag bei seinen akrobatischen Jagdflügen nach kleinen Fischen zu sehen und brütet möglicherweise in den Ufersteilwänden.

Nach Einbruch der Dunkelheit und bei warmen Nachttemperaturen stieg die Aktivität von in der Lahnaue lebenden Fledermausarten. Sebastian Berg zeigte mit Hilfe eines Fledermausdetektors die Anwesenheit von drei Fledermausarten im Gebiet, der Zwergfledermaus, der Wasserfledermaus und dem Großen Abendsegler. Die Rufe der Tiere konnten mit Hilfe des Detektors gehört und unterschieden werden. Es gelangen auch Sichtbeobachtungen der schnellen Flieger.

Zum Ende der Fahrrad-Exkursion gelangten wir an das Zielgebiet der schon einige Jahre andauernden Umsiedlungsaktion von Kreuzkröten des BUND Kreisverbandes, den sogenannten Retentionsraum Gießen – West. Hier hörten wir bei guter Witterung schon von weitem die Rufe der dort inzwischen erfolgreich angesiedelten Kreuzkrötenmännchen. Dies ist ein Indiz für die herangewachsenen Tiere, die in den vergangenen Jahren dort ausgebracht wurden und nun geschlechtsreif sind. Zum Abschluss der Veranstaltung konnten wir gemeinsam weitere Kreuzkrötenkaulquappen, deren Überleben in ihrem ursprünglichen Lebensraum in Heuchelheim gefährdet ist, vor Ort in ihren neuen Lebensraum entlassen. Die vielfältigen Tierbeobachtungen sind ein deutlicher Beleg für die hohe ökologischen Bedeutung der Lahnaue als Lebens- und Naherholungsraum, der immer spannende Beobachtungen verspricht.<xml> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE </xml>




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