1. Juli 2015

Der BUND Kreisverband Gießen weist auf Gefährdung von seltenen Pflanzen und Tieren durch ein Bauvorhaben im Europaviertel hin

Bienenragwurz (Bild: Andrea Hager)

Auf einer zur Bebauung vorgesehenen Freifläche im Gießener Europaviertel haben sich nach Kenntnis des BUND Kreisverbandes Gießen seltene Tiere und Pflanzen angesiedelt. Vorkommen von Schlingnatter und Zauneidechse wurden bereits letztes Jahr auf dem Gelände nachgewiesen. Nun kam nach Begehung durch Botanikexperten noch der Fund der seltenen Bienenragwurz hinzu. Die beiden Reptilienarten gehören zu den nach Europarecht streng geschützten Arten. Der Fund der Orchideenart ist für Gießen einmalig und das einzige bekannte Vorkommen im Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Die Bienenragwurz steht nach Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz und ist zusammen mit weiteren dort vorkommenden Pflanzenarten dem Lebensraum Kalkmagerrasen zu zuordnen. Auch weitere Pflanzenarten der Borstgrasrasen sind dort zu finden wie Heidekraut, Färberginster und weitere seltene Sauergräser.

 

Der BUND Gießen weist vor diesem Hintergrund das Stadtplanungsamt schriftlich darauf hin, dass der bestehende Bebauungsplan „Europaviertel“ für den Teilbereich mit Vorkommen der seltenen Arten aufgehoben werden muss, da diese Vorkommen bei der Erstellung des Bebauungsplanes nicht berücksichtigt wurden. Infolgedessen wurden auch keine Umweltprüfung und keine Artenschutzprüfung vorgenommen, die ermitteln, inwieweit die Fläche bebaubar ist, ohne erhebliche nachteilige Auswirkungen auf diese seltenen und bedrohten Arten. Eine Alternativenplanung sowie Vermeidungsmaßnahmen und schadensbegrenzende Maßnahmen auf der Basis aktueller Untersuchungen sind erforderlich, um einen Umweltschaden zu vermeiden. Der BUND erfragt die weitere Vorgehensweise seitens der Stadt Gießen zum bevorstehenden Bauvorhaben.




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